Sonntag, 4. August 2013

Kurzgeschichte

Hier nun mein erster Beitrag in meine kleine Wunderkiste. Eine alte Deutschhausaufgabe, die am 1 Mai 2012 von mir verfasst worden ist. Aufgabe war es, möglichst viele Vergleiche und sowas hineinzubringen. Viel Spaß beim lesen!


Die eisige Kälte zog weiter über das Land. Die im Sommer so sattgrüne Wiese war voller Schnee bedeckt, weiß, wie ein Blatt Papier. Wir waren alle zusammen, nah beieinander, in unsere Schlafsäcke eingesponnen, wie Spinnenopfer, die vollkommen in Spinnenfäden eingehüllt waren. Dieser Winter war der kälteste, den wir je durchstehen mussten. Es war schon beinahe Nacht, und wir hofften, über Nacht nicht von tausenden von Eiskristallen gefangen, wie eine Mücke vom Harz eines Baumes eingeschlossen zu werden.
Wir waren insgesamt 7, allesamt waren wir aus den Heimen der umher liegenden Gemeinden geflüchtet. Wir waren zwar frei wie Vögel, aber im Gegensatz zu diesen konnten wir jedoch nicht in den Süden fliegen, wo es jetzt warm war, und wir nicht erfrieren würden. Lieber würde ich jetzt von der Sonne durch gegrillt werden. Ein Stück Fleisch sein, auf einem Grill. Dann wäre es nicht so kalt...
Meine Haare waren voller Eis, sie sahen aus wie ein Stofftuch, das in einer Tiefkühltruhe gelegen hatte, und waren genauso fest geworden. Wir hatten uns alle schon lange nicht mehr die Haare geschnitten, geschweige denn uns überhaupt gepflegt, wir hatten keine Möglichkeit dazu. Wir waren alle dreckig. Wie Schweine, die sich im Schlamm gesult hatten. Nur rochen wir womöglich sogar strenger.
Die Kälte erreichte meinen Körper immer mehr. Ein eisiges Feuer, das sich immer weiter ausbreitet.
Wir hatten keine Namen.
Oder überhaupt etwas anderes als das, was wir eng an uns trugen.
Ich fühle mich schwach und bin hungrig. Wie ein verwaistes Reh, lediglich fehlte mir der Anmut dieses Tieres. Ich hätte gerne etwas gegessen.... Doch mir schwinden langsam die Sinne. Wie ein Nebel, der sich über sie ausbreitet.
Ich spüre die Kälte nicht mehr. Ich kann die anderen nicht mehr atmen hören. Ich spüre nicht mal mehr meinen eigenen Herzschlag...
Ich schließe langsam meine Augen und schlafe ein.

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